Nach Nordwesten hin liegt am Guldenbach die zur Gemarkun Daxweiler zählende Stromberger Neuhütte, eine ehemalige Eisenhütte mit einer denkmalgeschützten Fabrikantenvilla. Zur Anlage gehören klassizistische Produktions-, Lager- und Verwaltungseinheiten aus Bruchstein aus dem frühen 19. Jahrhundert und die Fabrikantenvilla ist auf die Zeit um 1900 datiert.

Tipp für Rundwanderung
von der Waldgaststätte Emmerichshütte zum Kandrich, durch die Tiefenbach, Stromberger Neuhütte und zurück zur Emmerichshütte.

Strecke: 11,2 km Dauer: 3:13 Std Aufstieg: 344 hm

Heute existieren nur noch wenige Gebäude des ehemaligen Hüttenkomplexes, unter anderem die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Villa, ein Jagdschloss und das Magazin.

Geschichte:
Herr von Griesheim, Miteigentümer der Stromberger Hütte, gründete in den Jahren 1710 bis 1712 die Stromberger Neuhütte. Zu dieser Zeit existierte an dieser Stelle des Guldenbachs bereits die „Schultheißen Mühle“, die Griesheim erweiterte und umbaute. Bereits 1719 wurde der Neuwieder Hüttenmeister Jakob Pastert Rechtsnachfolger von Griesheim. Aufgrund dessen trug die Hütte in der ersten Häfte des 18. Jahrhunderts im Volksmund den Namen „Pasterts Hütte“. Die Pasterts führten die Hütte sehr erfolgreich. Im Jahr 1764 heirateten Pasterts Enkeltöchter die Gebrüder Daniel und David Sahler. Daher war die Hütte bis Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen „Sahlershütte“ bekannt.

Die Firma wurde 1899 in eine GmbH überführt, wodurch die verbliebenen Brüder nicht mehr mit dem vollständigen Vermögen haftbar waren. Ab dann bezeichnete sich die Firma als „Gebrüder Wandesleben GmbH“. Die Stromberger Neuhütte wurde am 15.10.1912 an die Firma „Gebrüder Puricelli“ verkauft. Im Jahr 1932 erfolgte die Stilllegung der Eisenhütte aufgrund mangelhafter Rentabilität. In den folgenden Jahren kam es zum Abriss der meisten Werkbauten.

Erzeugte Produkte
Die Stromberger Neuhütte war auf die Erzeugung von Eisenwaren ausgerichtet, die für den täglichen Bedarf benötigt wurden. Im Jahr 1810 wurden 201.000 kg Töpfe, 16.000 Blöcke und eine große Menge Eisen erzeugt. Im Jahre 1899 fertigte man täglich 10 bis 12 Tonnen Gusseisen zu Öfen, Rohren, Ständern, Rädern, Kesseln und Töpfen.

Die heute ausgedehnten Wälder des Soonwaldes lieferten große Mengen Holzkohle. Das Roheisen wurde überwiegend in regionalen Erzgruben gewonnen. Das Soonwälder Eisenerz weißt dabei eine sehr geringe Qualität auf, weshalb vergleichsweise große Mengen Eisenerz gebraucht wurden. Die infrastrukturellen Verbesserungen im laufenden 19. Jahrhundert führten dazu, dass die lokalen Erzgruben weitestgehend aufgegeben und Roheisen importiert wurde.