Die höchste Erhebung der Wälder von Daxweiler ist der Kandrich (639m ü. NHN), der auch die höchste Erhebung im Binger Wald ist. Auf dem unbewaldeten Gipfelplateau stehen heute Windräder und ein Sendemast.

Höhe: 639 m

Bergkette: Hunsrück

Gipfelgruppe: Binger Wald

Der Kandrich ist zu Fuß auf schönen Waldwegen zu erreichen. So führt der Wanderweg "Rotes Dreieck" von der Emmerichshütte (Gaststätte, Parkplatz) zum Kandrich. Man kann auch vom Forsthaus Lauschhütte (Gaststätte, Parkplatz) auf dem Wanderweg "Rotes Dreieck" in ca. 40 Minuten zum Kandrich wandern.

Wanderung Rundweg um den Kandrich (ca.15 km) ->  Daxweiler - Lauschhütte - Kandrich - Emmerichshütte - Daxweiler

Beispiel Rundgang von Emmerichshütte: Ab Parkplatz Emmerichshütte (500m) dem Zimmerweg (gelbes Dreieck) folgen. Nach der Überquerung der BAB 61 gelangt man unter die Autobahnbrücke in der Nähe des Forsthaus Tiefenbach (318m). Der Weg führt dann nach Daxweiler. Hier hält man sich links über die BAB61 in Richtung Sportplatz. Ab Sportplatz folgt man dem grünen Dreieck zur Lauschhütte(580m) . In der Nähe der Hochspannungsleitung, kurz vor der Lauschhütte, findet man den Hinweis zur Römischen Wachstation, etwas abseits vom eigentliche Weg. Der Abstecher von der Lauschhütte zum Salzkopf (627m) mit seinem Holzturm ist bei guter Sicht sehr empfehlenswert. Von der Lauschhütte folgt man wieder dem roten Dreieck zum Kandrich(637m). Hier kann man sich über die aktuellen technischen Daten an den Außenanzeigen informieren. Der Weg zur Emmrichshütte zurück ist mit dem roten Dreieck gekennzeichnet.

Geschichte:

Auf dem unbewaldeten Berg weht der Wind günstig für Windräder. Man kommt ihnen sehr nahe. Die einen finden es sensationell beeindruckend, die anderen beängstigend, wenn man direkt unter dem Windrad stehend nach oben schaut.

1962-92 nutzte das US-Militär den Kandrich und betrieb hier eine Radaranlage mit einem Flugabwehrsystem, zu Beginn nuklear bestückt. Ab 1982 hätten vom Kandrich aus Patriot-Raketen abgeschossen werden können. Der Vertrag für eine militärische Nutzung des Kandrichs lief 1992 aus. Rückbau, Dekontaminierung und Rekultivierung des ehemaligen Militärgeländes fanden 2006 ihren Abschluss.

Die erste Windkraftanlage auf dem Kandrich wurde 1999 in Betrieb genommen, die zweite Anlage ein Jahr später. Nach Angaben des Betreibers Gedea-EnergieMix GmbH soll eine Anlage so viel Strom produzieren, wie 500 bis 700 Haushalte verbrauchen. 2005 folgte die dritte Anlage, die allein so viel Strom produziert wie die beiden anderen zusammen. Weitere Windanlagen sind in Planung. Der Soonwald gilt als windstarker Topstandort. Nicht nur auf dem Kandrich, sondern an vielen anderen Punkten sollen neue Windkraftanlagen entstehen.

Das stößt nicht auf allgemeine Begeisterung. Es besteht nicht nur die Befürchtung,   dass der bislang so stille und unberührte Soonwald verspargelt wird, sondern auch die Sorge um Wildkatze, Rotmilan und Fledermäuse. Ganz abgesehen davon wäre es auch mit der Stille für den Soonwaldsteigwanderer teilweise vorbei.

Wenn es um den Bau von Windrädern geht, steuert kein regionaler Raumordnungsplan, wie viele Anlagen die Region vertragen kann. Den Verbandsgemeinden, die in eigener Verantwortung Flächen für Windkraftanlagen ausweisen können, bringt der Soonwaldwind viel und oft auch dringend benötigtes Geld in die Kassen. Da fällt es wohl oft schwer, an Wildkatze und Wanderer zu denken.